Wir suchen die rurale Ruhe
Das kommt unerwartet: Als wir aus dem Taxi aussteigen, weht uns ein eisiger Wind entgegen. Wir stolpern durch ein Tor, eine Treppe hinunter und direkt hinein ins nächste Touristenparadies. Laute Musik von allen Seiten, Nippesverkäufer, Streetfood, Guides, die Fähnchen schwenken und von einer Horde Inlandstouristen umlagert werden. Welcome to Dali.





Gerechnet hatten wir mit einer entspannten, ländlich geprägten Kleinstadt am Ufer des Erhaisee, vor dem Himalaya. Blaues Wasser, dahinter schneebedeckte Gipfel, ein paar ländliche Herbergen. Erholung pur!
Diesen Traum teilen wir ganz offensichtlich mit Tausenden von Touristen aus Shanghai, Peking, Shenzhen und Chengdu, und so gleicht die Altstadt von Dali doch ein bisschen dem Ballermann (der Vergleich ist sicher nicht angemessen), mit Türstehern, die Rasseln schwingen, um in ihre Clubs zu locken, und der üblichen per Megaphon verstärkten Lautsprecherwerbung. Unser Hotel befindet sich im oberen Teil der Meile, dort ist etwas ruhiger, dennoch erfreuen wir uns jeden Morgen ab 9 an einer Panflötenmelodie, die sich in einer 5-Sekunden-Schleife wiederholt. Das Hotel ist wirklich schön, ein Bauwerk mit offenen Innenhof, so wie es viele Anlagen in der Region haben.

Wir verbringen hier zwei Abende, darunter Silvester, das in China keine Bedeutung hat, aber trotzdem fröhlich, lautstark und mit viel Feuerwerk gefeiert wird. Dann geben wir den ersten Versuch zum Thema „Landleben“ auf und fahren weiter in Richtung Berge. Shaxi soll ruhiger und entspannter sein, ein kleiner Marktflecken an der tea-horse-Route.

Wandbild, beauftragt von der Regierung. Die Infos enthalten Verhaltens-empfehlungen an die Bevölkerung. Bild oben: Diese mit Kunstblumen geschmückten Wagen fahren auf der Promenade am Erhaisee auf und ab. Hinten steht jeweils ein Livemusiker.

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